10. Oktober 2026

Ghost Town (1988)

Regie: Richard McCarthy · Drehbuch: Duke Sandefur · Musik: Harvey Cohen · Kamera: Marc Ahlberg · Schnitt: King Wilder · Produktion: Empire Pictures.

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Kate (Catherine Hickland) ist mit ihrem Cabrio auf einer einsamen Straße in Arizona unterwegs. Plötzlich wird ihr Fahrzeug von einer rasenden Staubwolke eingehüllt, die Kate mit sich fortreißt. Das Auto bleibt leer zurück. Sheriff Langley (Franc Luz), auf der Suche nach Kate, wird in seinem Streifenwagen plötzlich von einem maskierten Reiter attackiert. Es kommt zu einer Schießerei, bei der der Streifenwagen in Flammen aufgeht. Langley stolpert zu Fuß weiter und landet in der Geisterstadt Cruz del Diablo, die auf keiner Karte verzeichnet ist.

Die Stadt wird von einer Bande untoter Outlaws beherrscht, deren Anführer Devlin (Jimmie F. Skaggs) einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat. Die restlichen Bewohner*innen von Cruz del Diablo führen eine geisterhafte Existenz: So lange Devlin und seine Männer da sind, können sie nicht in Frieden sterben. Sehr wohl können sie aber von den Outlaws getötet werden. Nach und nach lernt Langley einige dieser Bewohner*innen kennen: Die Saloon-Dame Grace (Penelope Windust) und ihren Stammgast, den blinden Kartenspieler (Bruce Glover), den Hufschmied (Zitto Kazann) und seine Tochter Etta (Laura Schaefer). Auch stellt er fest, dass Kate von Devlin gefangen gehalten wird.

Langley konfrontiert die Outlaws, doch es gibt ein Problem: Seine moderne Dienstwaffe erweist sich gegen die Untoten als nutzlos. Schießt Langley einem von ihnen ein Loch in die Rübe, macht der einfach durchlöchert weiter, als wäre nichts geschehen. Erst als Grace Langley einen alten Remington-Sechsschüsser überreicht, hat er mehr Erfolg. Er macht sich auf die Suche nach alter Munition, um aus dem Blei Kugeln für den Revolver zu gießen.

Ghost Town ist ein Horror-Western, bei dem zunächst die sorgfältig gemachten Zombie-Masken und Gore-Effekte ins Auge fallen. Das unterscheidet diesen Film wohltuend vom ähnlich angelegten Scream (1981), bei dem die Spezialeffekte als erstes der Budgetknappheit zum Opfer fielen. Produziert wurde Ghost Town übrigens von Charles Bands Firma Empire Pictures, die für Streifen wie Re-Animator (1985) und Troll (1986) verantwortlich ist.¹

Das Problem des Films ist die ausgesprochen dünne Handlung. Sobald Langley klar geworden ist, dass er ausersehen ist, Cruz del Diablo von den untoten Outlaws zu erlösen, geht es eigentlich nur noch darum, dass er auch herausfinden muss, auf welche Weise dies zu bewerkstelligen ist. Sprich: Langley muss mit der Nase darauf gestoßen werden, dass gegen die Untoten nur historische Waffen aus dem Old West wirksam sind. Dann folgt der Showdown. Für 85 Minuten ist das ein bisschen wenig. Es würde nicht so viel ausmachen, wenn dies eine frenetisch erzählte Alles-kann-passieren-Horrorkomödie im Stil von The Evil Dead (1981) samt Fortsetzungen wäre. Im Grunde hat Ghost Town aber eine typische Queste-Handlung: Langley begibt sich auf eine Suche, wird auserwählt (in einer der tricktechnisch am besten realisierten Szenen des Films), trifft am Ort seiner Bestimmung ein, erhält eine magische Waffe, stellt sich zum Kampf.

Dagegen ist im Grundsatz natürlich nichts einzuwenden. Dem Plot von Ghost Town hätte es aber schon ganz gut getan, wenn er mit ein paar unvorhergesehenen Wendungen ausgestattet worden wäre. Auch Questen lassen sich schließlich variieren. Wenn es denn gewollt wird, was hier offenbar nicht der Fall war. Wer sich den Film anschaut, sollte also nicht mit Überraschungen rechnen. Ist man damit okay, kann man sich auf Ghost Town ruhig mal einlassen – vor allem dann, wenn man zeittypischen, wenn auch nicht übermäßig ausgefallenen Gore zu schätzen weiß. Bessere Unterhaltung als mit heutigen Geisterstadt-Flicks wie Wolf Town (2011) bekommt man allemal geboten.

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¹ Hinter dem Regie-Pseudonym des Films, Richard Governor, verbirgt sich ein weitgehend unbekannter Australier namens Richard McCarthy. Laut IMDb hat er neben Ghost Town nur an einem in Australien gefilmten TV-Special des englischen Komikers Benny Hill mitgewirkt.