Deutscher Titel: Drei Pistolen gegen Cesare · Regie: Enzo Peri · Drehbuch: Enzo Peri, Piero Regnoli · Musik: Marcello Giombini · Kamera: Otello Martelli · Schnitt: Adriana Novelli · Produktion: Casbah Film, Dino De Laurentiis Cinematografica.
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Whittaker »Whitty« Selby (Thomas Hunter) erfährt, dass er von seinem verstorbenen Vater eine Goldmine in Laredo geerbt hat. Dem Testament liegt das Foto eines Mädchens bei, das Whittys Halbschwester Mady (Delia Boccardo) zeigt, die er noch nie gesehen hat. In Laredo erfährt Whitty noch mehr über seine Familienverhältnisse: Er hat zwei weitere Halbbrüder, die die gleiche Nachricht wie er bekommen haben. Der eine ist Étienne Devereaux (Nadir Moretti), Sohn einer französischen Mutter. Der andere ist Lester Koto (James Shigeta), Sohn einer japanischen Mutter. Mady ist in einem Saloon in Laredo als Sängerin tätig, wird von den Brüdern aber zunächst nicht erkannt.
Angekommen bei der Goldmine, erwartet die Brüder gleich die nächste Überraschung. Sie treffen dort auf Stanford (Vittorio Bonos), einen schrulligen Minenarbeiter ihres Vaters. Stanford erzählt den Brüdern, dass in der Mine nie Gold gefunden worden sei. Außerdem eröffnet er ihnen, dass ein in der Nähe residierender Großgrundbesitzer, Julius Caesar Fuller (Enrico Maria Salerno), hinter dem Land her ist, auf dem die Mine sich befindet.
Julius Caesar Fuller ist die eigentliche Attraktion des Films. Er residiert in einem Herrenhaus mit Säulenvorbau, das auf einem Felsplateau steht. Zum Haus hinauf führt ein mechanischer Fahrstuhl. Fuller kleidet sich gern in einen Purpurmantel und lässt sich in seinem Dampfbad von einer Schar spärlich bekleideter Sklavinnen bedienen. Zu seinem Schutz unterhält er eine Prätorianergarde, die aus schwarz uniformierten Revolvermännern besteht. Kurz gesagt, der alte Julius macht seinem Namen alle Ehre.
Whitty, Étienne und Lester sind zunächst entschlossen, es mit Fuller aufzunehmen, wertlose Mine hin oder her. Dazu sind sie auch bestens geeignet: Whitty ist ein tödlicher Schütze, ausgestattet mit einer vierläufigen Pistole und zwei Revolvern, die einen zusätzlichen Lauf im Griff haben. Étienne verfügt über hypnotische Fähigkeiten. Wer auf ihn schießen will, erstarrt unter seinem magnetischen Blick. Und Lester ist ein gefürchteter Karateka. Fuller allerdings hat noch ganz andere Tricks auf Lager.
Der Imperator schickt seine Komplizin Debra Smith (Gianna Serra) zu den Brüdern. Sie gibt sich als deren Halbschwester Mady aus und lädt sie zu einem Topf Gulasch auf ihre Farm ein. Um ein Haar schafft Debra es, Étienne und Lester zu überreden, den Kampf sein zu lassen und gemeinsam mit ihr aus Laredo fortzugehen. Whitty, den das Gulasch offenbar weniger beeindruckt hat, verlässt erzürnt Debras Haus und wird von Fullers Prätorianern gefangen genommen. Da trifft die echte Mady auf der Farm ein, verprügelt Debra und erinnert Étienne und Lester daran, was sie ihrem Halbbruder und ihrer Halbschwester schuldig sind.
Étienne und Lester versehen sich mit ein paar Stangen Dynamit aus der väterlichen Mine und reiten zu Fullers Anwesen. Unterstützt werden sie von dem alten Stanford, der mit einer Arkebuse mit Luntenschloss bewaffnet ist. Zu Whittys Rettung bleibt ihnen wenig Zeit, denn Fuller ist gerade dabei, ihn halbnackt auf offener Flamme rösten zu lassen. Aber natürlich gelingt die Befreiung und liefert Whitty zudem einen Vorwand, für den Rest des Films seinen durchtrainierten Oberkörper zu präsentieren. Die Brüder gehen zum offenen Angriff auf Fuller und seine Prätorianer über ...
Wie sich schon an der Handlung erkennen lässt, ist Tre pistole contro Cesare Quatsch mit Soße. Aber es ist überwiegend unterhaltsamer Quatsch. Wie oft bei solchen Filmen ist das Problem, dass die Soße stellenweise zu dick aufgetragen wurde. Aber zunächst zu den unbestreitbaren Vorzügen des Streifens. Der Antagonist, der sich für Cäsar hält, ist eine gute Idee, die auch recht einfallsreich umgesetzt wird. Spätere Italo-Westernkomödien, wie sie im Zuge der Trinity-Welle entstanden, hätten wahrscheinlich der Versuchung nicht widerstanden, eine Figur wie Fuller als nebensächlichen Gag einzusetzen und sich ansonsten auf Klamauk und überlange Kloppereien zu konzentrieren. Hier wird die Idee tatsächlich durchgezogen und von Enrico Maria Salerno angemessen theatralisch dargestellt. Auch Umberto D’Orsi als Fullers rechte Hand Bronson spielt seine Rolle mit Gusto.
Ich nehme an, der restliche Cast erhielt ebenfalls die Anweisung »to play it straight«, macht aber in vielen Szenen eher verblüffte Gesichter. Ich kann es den Darsteller*innen nicht übelnehmen. Sie werden sich mehr als einmal gefragt haben, in was für einem Streifen sie da eigentlich gelandet sind. Zumal die Dreharbeiten, einzigartig für einen Western, in Bou Saâda in Algerien stattfanden. Aber gerade der ungewöhnliche Drehort (mal ’ne Abwechslung zu Almería, Abruzzo und Kroatien) trägt dazu bei, den Film interessant zu machen.
Gelegentlich treibt Tre pistole contro Cesare es etwas zu weit. Eine Gesangseinlage und eine von Femi Benussi, die Fullers Sklavin Tula spielt, aufgeführte Bauchtanznummer lassen vermuten, dass zusätzlich zu allem anderen auch noch die Nähe von Musikwestern wie Little Rita nel West und Lola Colt gesucht wurde. Meines Erachtens hätte der Film besser daran getan, sich auf seine skurrilen Figuren und die ungewöhnliche Location zu beschränken, die für sich schon amüsant genug sind. Im Gesamteindruck ist Tre pistole contro Cesare aber eine durchaus gelungene Western-Groteske.