Deutscher Titel: Zorro mit den drei Degen · Regie: Ricardo Blasco · Drehbuch: Mario Amendola, José Gallardo, Luis Lucas, Daniel Ribera · Musik: Antonio Ramírez Angel · Kamera: Julio Ortas · Schnitt: Jolanda Benvenuti · Produktion: Hispamer Films, Rodes Cinematografica.
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Nach der Unabhängigkeit Mexikos von Spanien nutzt Don Manuel Paredes (Antonio Prieto) die verworrene politische Lage aus, um als Gouverneur ein tyrannisches Regime über Kalifornien zu etablieren. Damit macht er sich Zorro alias Juan Ortiz (Rafael Vaquero) zum Feind. Im Jahr 1830 glaubt Don Manuel, einen Weg gefunden zu haben, sich des Fuchses zu entledigen: Seine Häscher haben Zorros Frau und seinen neugeborenen Sohn Diego in einem indigenen Dorf aufgespürt. Don Manuel ermordet die Mutter und lässt das Dorf niederbrennen. Er weiß nicht, dass der kleine Diego aus den Flammen gerettet wird.
Zehn Jahre später rettet sich ein verletzter Zorro ausgerechnet in das Gasthaus, dessen Wirtin Diego adoptiert hat. Der Junge ahnt nicht, dass der Verfolgte sein Vater ist, und Zorro hält seinen Sohn für tot. Kurz darauf trifft Don Manuel mit seinen Schergen ein. Zorro wird festgenommen und in den Kerker geworfen, aber nicht, bevor er Don Manuel ein Z in die Stirn geritzt hat.
1854 herrscht Don Manuel noch immer über Kalifornien,¹ doch ein neuer Zorro ist aufgetreten. Es ist natürlich kein anderer als Diego (Guy Stockwell), der ohne Wissen um seine leibliche Abstammung Mantel und Maske angelegt hat. Im Alltag gibt er sich als sanftmütiger Jüngling, der mit seiner Adoptivschwester María Vélez (Mikaela) weiterhin das alte Gasthaus betreibt.
Don Manuel zwingt die viel jüngere Virginia de Santa Ana (Gloria Milland), sich mit ihm zu verloben. Sie hat keine andere Wahl, denn ihr Vater (Giuseppe Addobbati) steht bei Don Manuel in der Kreide. Eigentlich schlägt ihr Herz für Zorro alias Diego, der sie auf ihrer Reise zu Don Manuels Residenz vor einem Banditenüberfall gerettet hat. Bei einem heimlichen Stelldichein Virginias mit Zorro wird letzterer von Hauptmann Martínez (Franco Fantasia) überrascht. Diego kann vorläufig entkommen, doch Martínez hat ihn am Arm verletzt. Diego wird anhand der Wunde als Zorro identifiziert und verhaftet.
Im Knast trifft er Juan Ortiz und erkennt ihn als den Mann wieder, der sich vor vierzehn Jahren in das Gasthaus flüchtete. Noch immer wissen die beiden nicht, dass sie Vater und Sohn sind. María legt das Kostüm Zorros an und erreicht damit, dass Diego freigelassen wird, weil er nunmehr als irrtümlich verhaftet gilt. Es gelingt ihm, auch Juan zur Flucht zu verhelfen.
In Freiheit spürt Juan den Dorfbewohner (Guillermo Vera) auf, der vor 24 Jahren den kleinen Diego in Sicherheit gebracht hat, und findet somit endlich heraus, dass dieser sein Sohn ist. Gemeinsam, als die drei Schwerter des Zorro, stürmen Juan, Diego und María den Gouverneurspalast, um Don Manuels Heirat mit Virginia zu verhindern.
Mit einem sehr jugendlich aussehenden Guy Stockwell und der spanischen Sängerin Mikaela in tragenden Rollen erinnert Le tre spade di Zorro stark an eine Teenie-Komödie. Angesichts der ziemlich düsteren Eröffnungsszene (mit dem Mord an Diegos Mutter und der Brandschatzung des Dorfes) habe ich das nicht erwartet, aber gut, ich lasse mich gern überraschen. Nun kommt bei Filmen dieser Art sehr viel auf die Musik an – und da hapert es leider gewaltig. Der eintönig trötende Soundtrack von Antonio Ramírez Angel zehrt an den Nerven und macht diesen Streifen zu einem ganz schön anstrengenden Erlebnis. Abhilfe hätte man schaffen können, indem man Mikaela mehr Gesangseinlagen erlaubt hätte, aber leider darf sie nur ein einziges Mal singen.
Ungewöhnlich ist, dass der ursprüngliche Zorro dieses Films, Juan Ortiz, nicht als Aristokrat eingeführt wird, sondern eher dem Typus des bäuerlichen Banditen entspricht. Seine Familie lebt in einem indigenen Dorf. Offensichtlich hat er keine herrschaftliche Hacienda, in der er es sich nach seinen nächtlichen Ausritten bequem machen kann, sondern muss sich auf der Flucht vor den Bullen in Gasthäusern verstecken. Es hätte den Film in meinen Augen interessanter gemacht, bekäme man in ihm mehr von Juan zu sehen. Übrigens werden die Zorro-Karrieren Juans, Diegos und Marías, zwischen denen ja einige Jahre vergehen, durch Texttafeln miteinander verknüpft. Ein ziemlich schwerfälliges Erzählmittel, und eines, das wiederum recht wenig zu der Teen-Party-Atmosphäre im Vélez-Gasthaus passt.
Ricardo Blasco, der Regisseur, versuchte es im Jahr darauf noch einmal mit einem Streifen über den Fluch von Capistrano, der allerdings keine Fortsetzung von Le tre spade di Zorro darstellt. In Il giuramento di Zorro präsentiert er einen von Tony Russel gespielten Zorro mit graumeliertem Haar, der, wenn er nicht gerade Cape und Maske trägt, als Butler im Gouverneurspalast tätig ist – also erneut einen nichtadeligen Zorro. Leider steuerte wieder Antonio Ramírez Angel den Soundtrack bei, der ähnlich nervtötend ausfällt wie die Musik des ersten Films.
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¹ Ein Anachronismus: 1854 war Kalifornien bereits ein Staat der Union und hatte keinen mexikanischen Gouverneur mehr.
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